
Platon gibt in seinem Bericht ueber Atlantis zwei eindeutige geographische Hinweise fuer die
Lage. Erstens: Atlantis lag hinter den Saeulen des Herakles ( hyper ten heraklei nyssai). Das
griechische Wort "hyper" kann sowohl "jenseits , "ueber", "hinter" und noch etliches andere,
das aber hier nicht interessant und anwendbar ist, bedeuten.
Nimmt man es im Sinne von "hinter" oder "ueber" und betrachtet diese Aussage vom Standpunkt der
damaligen Seefahrt, welche die einzige Moeglichkeit darstellte, Atlantis zu erreichen, so lag
es an der Kueste Iberiens oder Afrikas, nachdem man die Strasse von Gibraltar passiert hatte.
Denn die Seefahrt in dieser Zeit war nahezu ausschliesslich Kuestenfahrt. Ueber das offene Meer,
das durchweg als "Ocean" bezeichnet wurde, fuhr man nur ,wenn man mit Sicherheit und aus
Erfahrung wusste, dass hinter dem "Ocean" das Land lag, das man in absehbarer Zeit, d.h. in
wenigen Tagen, erreichen konnte. Hinter der Strasse von Gibraltar gab es aber zur Zeit Platons
kein derartiges Land.
Der zweite eindeutige Hinweis im Bericht ist der, dass das Land, welches sich an Atlantis nach
Sueden zu anschloss, das Land Gadeiros war. Gadeiros ist aber unbestritten das spaetere Gades
oder Cadiz.
Dies veranlasste den deutschen Atlantisforscher Adolf Schulten Anfang des zwanzigsten
Jahrhunderts in der Art Schliemanns im Delta des Guadalquivir an verschiedenen Plaetzen
nach Atlantis zu graben. Er opferte dafuer sein ganzes Vermoegen und blieb doch ohne Erfolg.
Den voraussichtlich richtigen Platz zu finden, blieb der einheimischen Stadtarchaeologie von
Puerto de Santa Maria, einer kleinen Stadt zwischen Cadiz und Xeres de la Frontera, vorbehalten.
In der Naehe und unter einer Erdschicht darunter duerften Reste der Stadt "Tharsis"
der Zeit von ca 1600 bis 1250 v. Chr. liegen, die als das "Atlantis" der Bronzezeit von Platon
beschrieben wurde und in einer Naturkatastrophe unterging.
Bis 1998 wurden in dem Stadthuegel (Tell) sechs uebereinanderliegende
Besiedlungsschichten mit deutlichen Hinweisen auf Handelsbeziehungen zu den griechischen
Thalassokratien gefunden.
Das "Reich von Tartessos" und das vorhergehende Land "Atlantis" der Bronzezeit umfassten nach
heutigem Kenntnisstand darueberhinaus auch andere alte Staedte wie Huelva, Niebla, Carmona und Carambolo,
in denen bedeutende Funde aus der Bronzezeit gemacht wurden. Ausserdem beginnt man in dem die
andalusische Ebene " nach Norden gegen die kalten Winde abschirmenden Bergzug" , den Platon
anfuehrt und der heute Sierra Morena heisst, die alten Kupfer- und Goldminen aus der Bronzezeit
wieder zu entdecken, die den von Platon genannten Metallreichtum des Landes
begruendeten. Die Ebene Andalusiens wird noch heute von Kanaelen entsprechend Platons
Beschreibung durchzogen.
Wenn man die "dahinter liegenden Inseln" von Frankreich, England und Irland und das
"gegenueberliegende Festland" von Holland, Deutschland und Daenemark,
das sich bis Russland erstreckt, betrachtet , ist dieses Land wahrhaftig groesser als
"Lybien und Asien zusammengenommen", wie Platon behauptet.
Das Raetsel von Platons Atlantis scheint also geloest.
Doch dies gilt nur fuer das Atlantis der Bronzezeit, das Platon beschreibt. Darueber hinaus
gibt es noch das Atlantis, das in den Mythen vieler
Voelker Amerikas und Europas unter den
verschiedensten Bezeichnungen eine Rolle spielt und in einer furchtbaren Katastrophe, die einen
Grossteil der Menschheit hinwegraffte, unterging.
Diese Katastrophe ist bei uns am besten bekannt unter dem Namen "Sintflut". Nach dem heutigen
Stand des Wissens, und darin sind sich nahezu alle Atlantisforscher einig, fand sie etwa 9500
v.Chr., das heisst 9000 Jahre vor Solons Besuch in Aegypten, der die Grundlage von Platons
Atlantisbericht ist, statt. Auch Platon gibt dies in seinem Bericht an.
Und damit beginnt die Ungereimtheit und fuer viele das Chaos, das Platons Geschichte unglaubhaft
macht. Denn 9500 v.Chr. gab es eindeutig bewiesen keine Bronzezeit auf der Erde. Es gab auch
kein besiedeltes Griechenland und keine Stadt Athen, die wie bei Platon angefuehrt, den
eindringenden Atlantern Widerstand leisten konnte.
Als Loesung des Raetsels bleibt nur eine Moeglichkeit: Bei den von den aegyptischen Priestern
den unwissenden Griechen genannten "9000 Jahren" handelte es sich nicht um Sonnen- sondern um
Mondjahre. In Aegypten war es naemlich in alter Zeit ueblich die "Jahre" nach den Mondphasen
zu zaehlen. Ein "Jahr" entsprach also einem Monat unseres Kalenders und ging von Vollmond zu
Vollmond. Da in Aegypten die Jahreszeiten nicht sehr ausgepraegt sind, war dies viel einfacher
zu erkennen als die Beobachtung des sich nicht gravierend aendernden Sonnenstandes der kaum
Einfluss auf das Klima hat.
Die 9000 Mondjahre waeren also durch 12,34 zu teilen, denn so oft umrundet der Mond innerhalb eines
Sonnenjahres die Erde. Dann kommt man auf 729 Jahre. Addiert zu der Zeit um 500 v.Chr., als
Solon in Aegypten war, ergibt sich 1229 v.Chr.
Etwa 1250 v.Chr. ist aber nach heutiger Kenntnis die Zeit, in der Platons Atlantis der
Bronzezeit unterging. Dies geschah, wie auch von Platon beschrieben, in einer Naturkatastrophe,
die heute nachweisbar eine 600 Jahre andauernde Klimaverschlechterung nach sich zog. Sie
loeste die "Wanderung der Seevoelker" , wie sie Aegypten nannte, aus.
Doch was wurde aus dem mythischen "Atlantis" der Mayas und anderer Voelker vor 11 500
Sonnenjahren , also um 9500 v.Chr. Dem "Atlantis" der Sintflut und wo lag dieses
"Atlantis" vieler Atlantisforscher.
Es ist sicher erwiesen und nahezu unbestritten, dass die Katastrophe der Sintflut die ganze
Erde betraf, denn sie kommt in den Mythen aller alten Voelker vor.
Als Ausloeser der Sintflut scheiden also oertliche Ereignisse wie selbst katastrophalste
Vulkanexplosionen aus. Was bleibt, ist ein kosmisches Ereignis, also der Einschlag eines
grossen Asteroiden oder Kometen auf der Erde. Da man keinen grossen Krater aus dieser Zeit
auf dem Lande gefunden hat, muss der Einschlag im Meer stattgefunden haben. Man vermutet
heute die Einschlagskrater in zwei riesigen Loechern im Meeresboden suedlich der Bahamas
im sogenannten Bermuda Dreieck im westlichen Atlantik.
Dies nicht zuletzt deshalb, weil erwiesenermassen Amerika durch die Katastrophe besonders
hart getroffen wurde und fast alles menschliche und tierische Leben und alle Kultur in diesem
Bereich zugrundeging. Amerika wurde damit durch diese Katastrophe um nahezu 10 000 Jahre in
der kulturellen Entwicklung zurueckgeworfen.
Die riesige Flutwelle erreichte auch Europa, Asien und Afrika. Durch die weit groessere
Ausdehnung der Landmassen und staerkere Gebirgsgliederung der Kontinente war aber hier die
Wirkung nicht so vollstaendig. Auf geschuetzt liegenden Gebirgen blieben Menschen und Tiere
vom Wasser verschont und ueberlebten in klimatisch guenstig liegenden Bereichen auch die
katastrophalen Gewitterstuerme und Kaelteeinbrueche, die der Katastrophe folgten und nahezu
1000 Jahre andauerten. In der Wetterstatistik der Erde
hat sich diese Zeit als Dryas oder Tundrenzeit niedergeschlagen.
Nach der heute ueberwiegend angenommenen Theorie loeste der gewaltige Asteroideneinschlag
ein Taumeln des Kreisels Erde mit einer nachfolgenden Verschiebung der Pole um 3200 Km in die
heutige Pollage aus. Die vorherige Lage des Nordpols war wahrscheinlich die Suedspitze
Groenlands, auf der sich heute noch der magnetische Nordpol befindet. Dies koennte bedeuten,
dass die Erdachse vor der Polverschiebung senkrecht zur Umlaufbahn um die Sonne stand, was
vom Standpunkt der Physik als Normallage angesehen werden kann.
Das heisst, die Erde waere zu dieser Zeit tatsaechlich das Paradies gewesen, das in den alten
Mythen der Voelker noch existiert. In vielen Bereichen der Erde haette es ein "Atlantis"
aehnliches Flachland vor den grossen Kontinenten und Inseln gegeben. Dies Flachland ging dann in
dem der Katastrophe folgenden Anstieg der Meere um bis zu 180 m unter. So erklaert sich, dass es
fast ueberall auf der Erde "Atlantis"legenden gibt und im Meer immer wieder Zeugnisse einer
untergegangenen grossen Kultur gefunden werden.
Auch der vorher angesprochene Kalender nach "Monden" der alten Voelker wuerde so seine
natuerliche Begruendung finden und erklaeren, warum z.B.: die alten
"Kelten" im Coligny -Kalender einem
fuenfjaehrigen Rhythmus und nicht einem einjaehrigen folgten.
Ebenfalls erklaert waere die uns heute erstaunende Bedeutung der genauen Beobachtung der
Himmelsgestirne, des Wandels von Tag- und Nachtlaengen und deren Auswirkungen auf die Natur
durch die Menschen um 5000 v. Chr.
Dies war alles neu fuer die Menschen dieser Zeit und sie versuchten, sich auf diese fuer sie
schwierigen Neuerungen einzustellen. Wir Menschen von heute haben uns notgedrungen daran
gewoehnt und haben Einrichtungen entwickelt, die uns auch unter den schwieriger gewordenen
Lebensbedingungen ein ertraegliches Dasein ermoeglichen.
Die Menschen um 5000 v. Chr. begannen gerade mit dieser Entwicklung und hofften vielleicht
immer noch, dass die alten paradiesischen Verhaeltnisse eines Tages zurueckkehren wuerden.
Eine Hoffnung, welche die Menschheit der heutigen Zeit laengst verloren hat. Sie versucht
deshalb , sich ihr kleines Paradies auf Erden selbst zu schaffen.
Damit ergibt sich eindeutig die Lage des von Platon
beschriebenen Atlantis in Suediberien noerdlich des gadeirischen Berglandes.
Afrika scheidet aus und darueber hinaus alle uebrigen Orte auf der Welt ,
die noch nach den uebrigen Beschreibungsmerkmalen in Frage kaemen.
Dies ist nicht neu und es gab und gibt etliche Atlantisforscher, die Atlantis aus diesem Grund
in Andalusien, das arabisch "andaluz" heisst und damit sprachlich gar nicht weit vom aegyptischen
"Atlantis" entfernt ist, sehen.
Aber bis heute wurden alle diese Argumente als nicht ausreichend angesehen.
Sie fuehrt seit 1978 Ausgrabungen auf dem Huegel der "Dama Blanca" durch , der ca 10 Km vom
Hafen der Stadt entfernt vor einem 124m hohen Berg liegt. Von diesem Berg kann man deutlich
die beiden genannten Staedte, die umgebende Ebene, das Meer und den hineinmuendenden Fluss
Guadalete erkennen. Es handelt sich damit um eine strategisch guenstige Lage zur Gruendung
einer Stadt, und man fragt sich, warum nicht schon Schulten diesen Platz in seiner Bedeutung
erkannt hat.

Nach den bisher gewonnenen Ausgrabungsergebnissen handelt es sich wahrscheinlich um den
Stadthuegel der aus griechischen Schriften bekannten sagenhaften Stadt "Tartessos" der Zeit
zwischen 1000 und 300 v. Chr.. Sie wurde durch die Roemer vernichtet .

Andere Merkmale der Beschreibung Platons wie zwei Ernten im Jahr, feuchte Winde des Atlantiks,
Funde von Elefantenresten, Stier- und Pferdezucht, Megalithische Grabstaetten, das Vorkommen
von Erdbeben, ideale Lebensbedingungen fuer eine grosse Zahl von Menschen, das Wachsen aller
erdenklichen Arten von Pflanzen und Baeumen werden ebenfalls noch heute von Andalusien erfuellt.
Diese Rechnung nach "Monden" war in allen alten Kulturen, so auch in Mesopotamien und im alten
Kalender der Kelten ueblich.
Wir kommen darauf noch spaeter zurueck

Als Folge dieser Wanderung wurde der gesamte vordere Orient bis nach Aegypten und Indien
geschichtlich eindeutig nachweisbar durch die eindringenden "atlantischen" Volksscharen
umgekrempelt. Sie gingen in die Geschichte als "Seevoelker", "Aramaeer", "Arier", um nur
einige besonders bekannte zu nennen, ein.
Es gilt als erwiesen, dass hier nahezu das gesamte Flachland und Mittelgebirge durch eine
riesige Flutwelle ueberschwemmt wurde. Von einigen Forschern wird sogar behauptet , dass
sich einige Kuestenbereiche im Westen Amerikas bis zu 3000 m in der Katastrophe gehoben haben.

Es wuerde bedeuten, dass es vor der Polverschiebung keine Jahreszeiten auf der Erde gegeben
hat. Dem zu Folge waere das Klima weitaus ruhiger und ausgeglichener gewesen. Der Atlantik,
dessen Wasserspiegel ca 150 m tiefer lag und der heute ueberspuelte riesige Kuestenbereiche
und grosse Inseln frei liess , waere ein ruhiger Badeteich gewesen, auf dem man auch mit
einfachen Fahrzeugen sicher von Insel zu Insel gelangen konnte.
* Karl Juergen Hepke ist Diplomingenieur und seit 1980 auf dem Gebiet der
Fruehgeschichtsforschung taetig. Er ist Buchautor und Redakteur der Internetseiten
www.TOLOS.de und www.ATLIS.de
Lesen Sie hierzu, umfassend und uebersichtlich dargestellt :
DIE GESCHICHTE VON ATLANTIS, der vergessene Ursprung unserer Kultur
von Karl Juergen Hepke
TRIGA-DER VERLAG, 2.Aufl. 2008, Hardcover, 268 Seiten, Eur 22,00 , ISBN 978-3-89774-539-1