von Karl Juergen Hepke
Die goettlichen Regeln hatte im Punkt der sexuellen Beziehungen der Menschen untereinander eine grosse Freizuegigkeit zugelassen, da dieses Gebiet nicht das Ihrige war und sie sich selbst nach der mythischen Ueberlieferung der alten Kulturstaaten bis hin zu Griechenland und Rom bei ihren menschlichen Inkarnationen in starkem Mass an dieser besonderen Qualitaet der Erde erfreuten. Es lag ihnen also absolut fern, auf diesem Gebiet irgendwelche Restriktionen zu erlassen. Im uebrigen waren sie an einer moeglichst schnellen Vermehrung der Menschheit interessiert, damit die Aufgaben, die auf der Erde bestanden, zunehmend von den Menschen ausgefuehrt werden konnten.
So ist auch das goettliche Gebot der Ishtar zu verstehen, das jede Frau verpflichtete, sich in
ihrem Tempel zumindestens einmal in ihrem Leben, moeglichst aber oefters, als Opfer fuer
Ishtar fremden Maennern hinzugeben. Dies Gebot sollte neben seinem die Menschen
verbindendem Charakter auch verhindern, dass Frauen, aus welchen Gruenden auch immer,
der Verpflichtung entzogen wurden durch Nachkommenschaft fuer die
Weiterentwicklung und das Weiterbestehen der Menschheit zu sorgen.
Dies war ein Punkt in dem sich goettliche Interessen und menschliche , auf der erdgebundenen
Herkunft des Menschen beruhende Tendenzen trafen, und so wurde lange Zeit diesem
goettlichen und auch menschlichem Wunsch mit grosser Selbstverstaendlichkeit und allseitiger
Zufriedenheit entsprochen. Der Tempel der Ishtar war in allen Staedten einer der
groessten , reichsten und meistbesuchten.
Dies war natuerlich auch im Sinne der Priesterschaft Ishtars, die anfaenglich nur aus Frauen
bestand, erfreulich. Offenbar gelang es aber den Maennern, zumindestens in einigen
Staedten Phoeniziens, auch einen Teil der Priesterschaft zu stellen, und damit begannen
die Probleme, die in den Augen Aussenstehender die ganze Regelung in Frage stellten,
weil sie nach ihrer Meinung die Frauenwuerde verletzten.
So ist aus der Bibel eine intensive Polemik gegen die Sitten Kanaans bekannt und auch die
Verhaeltnisse in Babylon, das als Hure bezeichnet wird, werden immer wieder scharf
verurteilt. Es lag also auch nahe, den Untergang von Atlantis oder Tharsis auf die Strafe
Gottes fuer das in den Augen der strengen Lehrer der Hebraeer ausschweifende sexuelle
Leben in den Staedten des atlantischen Reiches zurueckzufuehren.
Dem aufgeklaerten Menschen von heute sind diese Sitten allerdings nicht mehr ganz so fremd wie sie es den orthodoxen Juden oder den puritanischen Christen waren. Es gibt sogar in der modernen Bibelkritik Ansaetze, diese Behauptungen heute als reine Abgrenzungspolemik zu verstehen.
Doch diese Sitten waren nicht nur im Bereich der Laender der atlantischen Kultur ueblich. Auch die iranisch-indische Quellkultur, als deren Repraesentant die sumerische Kultur gelten kann, stand der atlantischen Kultur in dieser Hinsicht in nichts nach sondern uebertraf sie in gewisser Weise noch. Von der Insel Dilmun, die in den auf der sumerischen Kultur aufbauenden Kulturen Mesopotamiens noch lange als das Paradies ihrer fruehen Zeit galt, und die noch in der Zeit um 2100 v. bis 1700 v. Chr. ein durch Ausgrabungen bestaetigtes durch den Seehandel zwischen Ostarabien (Magan), Indien und Mesopotamien reichgewordenes Land war (12) , wurden sehr freizuegige und paradiesische Verhaeltnisse berichtet, die alle Freuden des Koerpers beinhalten sollten (19).
Als hoechster Gott wurde hier, wie anfaenglich auch in Sumer, Enki, der Gott der Wassertiefe und hilfsbereite Lehrer der Menschheit, verehrt und im Bewusstsein der goettlichen Hilfe genossen die Menschen ihr Leben hier mit allen nur erdenklichen Genuessen, die selbstverstaendlich auch den damals noch auf die Erde kommenden "Goettern" geboten wurden.
Lesen Sie hierzu, umfassend und uebersichtlich dargestellt :
DIE GESCHICHTE VON ATLANTIS, der vergessene Ursprung unserer Kultur
von Karl Juergen Hepke
TRIGA - DER VERLAG, 2.Aufl. 2008, Hardcover, 268 Seiten, Eur 22,00 , ISBN 978-3-89774-539-1